Unter diesem Motto, einer alten
indianischen Weisheit, wurde im Sommer 1993 in Hönnersum der
Verein Lied der Erde gegründet.So war es auch mit dem Lied der
Erde -Grundstück, einem großen alten Bauerngarten,
in dem bereits seit Ende der 70er Jahre biologisch angebaut worden war.
Dieser Garten in dem viele alte Bäume, Wildpflanzen und -tiere
lebten, beheimatete zeitweise auch Hühner, Schafe und Bienen
und bot Raum für vielfältige Naturbeobachtungen und
Begegnungen.
Schon lange vor der Vereinsgründung gab es in diesem Garten
Heil- und Kraftplätze, an denen Menschen die Elemente und
Energien der Natur besonders deutlich spüren und ehren
konnten. Nicht nur die Feuerstelle, die Schwitzhütte, das
Medizinrad, die in den Lehmboden gegrabene Erdhöhle und der
runde Kreis-Tanz-Platz machten diesen Ort zu einem von vielen Menschen
geliebten und immer wieder besuchten Garten. Durch den hier gelebten
und immer weiter entwickelten und vertieften Kontakt zu den sichtbaren
und unsichtbaren Wesen des Gartens entstand eine Atmosphäre
liebevoller Wahrnehmung und Wertschätzung. Und der mitteilsame
Ort wurde so für immer mehr Menschen wichtig - auch
für Kinder, die mit Lied der Erde aufwachsen.
Dieser Garten der Begegnung war nun durch den Bebauungsplan in Gefahr und es wurde notwendig, die Not zu wenden: Da wir keine Garage auf dem Medizinrad, keine Terrasse auf der Schwitzhütte, keinen Keller in der Erdhöhle wollten, beschlossen wir, diesen Ort für ganzheitliches Heilen und Lernen gemeinsam zu erwerben und an die Erde zurück zu schenken. Es waren damals 16 Menschen, die bei der Gründungs-Versammlung des Vereins am 16.9.93 mit der Satzung der Erde ihr Versprechen gaben, diesen Platz unbebaut für sich selbst zu erhalten und bei der Finanzierung mitzuwirken.
So wurde dieser Garten, der
sich selbst gehört, zu einer verwirklichten Vision:
• die Vision, dass die Erde als unsere Mutter nicht von
Menschen "besessen" werden kann, sondern dass sie sich selbst
gehört;
• die Vision, dass wir im geschwisterlichen Miteinander mit
allen Pflanzen, Tieren und unsichtbaren Wesen auf der Erde leben und
lernen;
• die Vision, dass alle Wesen ein Lebensrecht und eine
wichtige Aufgabe in der Welt haben, auch die sogenannten
Un-Kräuter, sämtliches Un-Geziefer und auch die
unangenehmen und unbequemen Menschen;
• die Vision, dass wir durch den respekt- und liebevollen
Umgang mit allen Wesen der Erde auch am Frieden in der Welt mitwirken;
• und schließlich die Vision, dass dieses
Bewusstsein nicht nur Arbeit, sondern auch Spaß macht und
dass wir es durch Singen und Tanzen immer wieder in unser
alltägliches Leben hineinweben.
Unsere Aufgabe war und ist es, den Menschen die Schönheit, Beseeltheit und Berührbarkeit der Erde und all ihrer Wesen nahe zu bringen. Daraus ergibt sich konkreter und aktiver Umweltschutz, der nicht nur über Einsicht und Verstehen motiviert ist, sondern vor allem auch immer wieder von der Liebe zur Natur genährt wird.
Der Erde eine Stimme geben
und der Stimme einen Raum
Es gab und gibt einen wunderbaren Kreis von Menschen, die diese Vision an diesem Ort leben und teilen, die miteinander singen und tanzen, meditieren und lernen, lauschen und arbeiten: Die Mitgliederzahl des Lied der Erde e.V., ein als gemeinnützig anerkannter Verein, ist inzwischen auf 95 gestiegen (Wer mag wohl das hundertste Mitglied sein? Es wartet eine schöne Überraschung). Es waren mehrere hundert Menschen die in den vergangenen Jahren mit Spenden, mit tatkräftiger Unterstützung und mit ihrem Herzens-Engagement den Lied der Erde-Organismus lebendig gehalten haben und wachsen ließen. Über tausend Menschen sind im Laufe der Zeit bei Lied der Erde zu Gast gewesen - sei es bei regelmäßigen Veranstaltungen, bei Jahreskreisfesten, beim SingKreis, bei Bach-Blüten-Gruppen, TanzKreisen, beim Schreiben oder Malen, bei den wöchentlichen Heilmeditationen oder beim "offenen Garten". Und noch mehr Menschen interessieren und informieren sich aus der Ferne über unsere Arbeit, rufen an, schreiben Briefe und Mails.
Waren es früher meist Menschen der Umgebung aus dem Großraum Hildesheim, Hannover, Braunschweig, die sich Lied der Erde verbunden fühlten, ist die Bekanntheit und das Interesse in den letzten Jahren überregional und auch international geworden. Das hängt u.a. mit dem Erscheinen der 3 CD-Bücher zusammen, die unsere Ideen, Lieder und Tänze in die Welt transportieren.
Inzwischen gibt es eine sehr
bereichernde Vernetzung und Zusammenarbeit mit vielen anderen Projekten
(z.B. auch mit der "Kooperation mit der Natur!"). Wir sind sehr dankbar
dafür, dass wir ein Teil dieses Netzwerkes zur Heilung von
Mutter Erde sein dürfen.
Amei Helm
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Lied der wilden Rose
Alles was lebt ist ihr
Lied ...auch der Baum, der da
steht ... und die Erde will alle ihre Lieder singen Lied von Amei Helm nach einem
traditionellen indianischen Text (Sioux), Blütenzeichnung von
Günther Helm |